Dieses Interview war bis 09.11.2025 18:00 Uhr freigeschaltet.
Der Übergang an eine weiterführende Schule stellt viele Familien vor neue Herausforderungen: Plötzlich scheint der Lernstoff zu viel, die Selbstständigkeit der Kinder wackelt, und Eltern finden sich wieder im täglichen Lernstress, obwohl sie sich eigentlich zurückziehen wollten. Im Interview teilt Margit ehrliche Einblicke aus dem Schulalltag und gibt klare, verständliche Anregungen für Loslassen und Neuanfang. Sie zeigt praxiserprobte Tipps, die den Familienalltag entlasten und den Weg in den neuen Schulalltag erleichtern. Wenn der Alltag weniger Stress bedeutet, wachsen die Kinder in die Selbstständigkeit hinein und die Eltern gewinnen mehr Zeit für sich selbst zurück.
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Doreen Richter
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Hallo, ich finde es interessant zu hören, dass man als Eltern nicht die Hausaufgaben korrigieren soll, denn die Lehrerin die meine Tochter hatte in der Klassen 1-3 hatte nur gesagt, die Kinder sollen sich melden, wenn sie die Hausaufgaben nicht gemacht hatten und hatte von sich aus kaum kontrolliert. Geschweige denn die Hausaufgaben angeschaut / korrigiert. (Wenn dann, vorne an der Tafel die richtigen Antworten gegeben.) Sie hatte auch so viele Hausaufgeben gegeben, dass sie ja niemals alles von allen Kindern hätte korrigieren können.
Meine Tochter hatte keine Lust auf Hausaufgaben (die hatten Massen an Hausaufgaben: in der 1. Klasse mussten sie oft mehr wie eine Stunde sitzen – wir wissen es auch von anderen Eltern) und hatten viele nicht gemacht. Sie hatte sich aber nicht gemeldet und die Lehrerin hatte im Zeugnis geschrieben, dass sie immer die Hausaufgaben gemacht hatte.
Wir Eltern mussten dann selber die Hausaufgaben, so viel wir geschafft hatten, korrigieren.
Wir hatten viel mit der Lehrerin geredet, aber sie hatte sich immer an den starken Kindern gerichtet und man durfte „Hausaufgaben machen abbrechen“, wenn es zu viel war. D.h. die Kinder die alles geschafft hatten, kamen mit beim Stoff, aber die anderen natürlich nicht (da die Lehrerin sich an den schnellen Kindern gerichtet hatte).
Es war eine Christliche Privatschule, wo sehr wenige Eltern Christen waren (20 %). Die hatten ihre Kinder dorthin getan, da es einen Ruf hatte, dass die Kinder sehr weit gebracht werden (eine Art „kleine Elite Dorfschule“ in einer großen Stadt). Dies wussten wir nicht und nach der 2. Klasse hatten wir etwas überlegt Schule zu wechseln, aber unsere Tochter hatte so viele Freundinnen, dass es auch nicht schöne gewesen wäre für sie.
Unsere Tochter hatte schon im 1. Halbjahr sich in der 1. Klasse entschieden: Mathe mag sie, aber Deutsch möchte sie nie lesen oder schreiben lernen. Es war Corona-Zeit und im Klassen-Zoom haben wir mitbekommen:
Die 6-7 Kinder, die schon vor der 1. Klasse zu Hause das Lesen gelernt hatten, durften im Klassen Zoom brillieren und lange Texte vorlesen. Und unsere Tochter konnte erst ganz kleine Wörter lesen.
Leider habe ich nachmittags als Musikschullehrerin gearbeitet und mein Mann hatte sich gerade selbständig gemacht (zwar zu Hause gewesen, aber nicht wirklich da für unsrer Tochter), daher hatten wir sie in die GBS angemeldet. Dort gab es aber keine Hilfe bei den Hausaufgaben, nur 1 h Zeit, wo die geschaut hatten, dass Ruhe herrscht. Davon hatten wir keine Ahnung gehabt. Wir gingen davon aus, dass die Kinder Hilfe bekommen. Und wir konnten aus finanziellen Gründen nicht sofort einfach unsere Berufen wechseln. Unsere Tochter hatte sich dann geweigert zu der Lernzeit zu gehen.
So viel zum „die Hausaufgaben“ und Kontrolle in der Schule.
(Falls es Fehler im Text gibt: Ich habe nicht Deutsch als Muttersprache 🙂 )
Liebe Anna, vielen Dank, dass du so offen teilst, was ihr erlebt habt. Ich kann gut verstehen, dass es frustrierend ist, wenn man merkt: Wenn ich mich nicht kümmere, macht es keiner. Und am Ende ist mein Kind der Leidtragende.
Ich finde, du gehst das sehr bewusst an. Und manchmal ist das Wichtigste, dass das Lernen im Kontakt bleibt. Also ohne Druck, aber mit Beziehung.
Wenn es für euch beide passt, spricht ja gar nichts dagegen, gemeinsam über die Aufgaben zu schauen. Vielleicht kann es sogar ein schöner Moment werden, gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen: „Möchtest du, dass wir die Fehler suchen?“ oder „Wollen wir schauen, was du schon richtig gut kannst?“
So bleibt die Verantwortung bei deiner Tochter, aber sie spürt, dass sie nicht allein ist und liebevoll begleitet wird. 🌿
Liebe Anna, danke, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Leider ist eure Situation kein Einzelfall. Es gibt immer wieder Berichte, dass Lehrpersonen viel zu viel Hausaufgaben aufgeben und diese dann nicht einmal korrigieren.
In so einem Fall empfehle ich den Eltern ein offenes und ehrliches Gespräch mit der zuständigen Lehrperson. Im Gespräch soll gefragt werden, wie viel Zeit die Lehrperson denn für die Hausaufgaben einkalkuliert hat und ob sie die Zeit an den Durchschnitt der Klasse angepasst habe.
Dann empfehle ich den Eltern, dass sie die Lehrperson bitten, die Hausaufgaben vor den Eltern selbst zu lösen und zu schauen, wie lange sie den selbst dafür braucht, um dann die Zeit auf die Kinder anzupassen. – Kaum eine Lehrperson wird die Hausaufgaben vor den Eltern lösen, doch es öffnet ihr die Augen, dass der Umfang der Aufgaben viel zu viel Zeit in Anspruch nimmt.
Dann lasse ich die Eltern der Lehrperson vorrechnen, wie viel Zeit das Kind in der Woche mit Lernen verbringt. – Ich hatte schon einmal eine Mutter, der das Wasser in den Augen stand, als sie feststellte, dass ihr Kind über 50 Stunden pro Woche mit Lernen verbringt – kein Erwachsener arbeitet mehr als 40 Stunden!!!
Wenn das der Lehrperson klar wird, dann ändert sie meistens ihr Verhalten und gibt weniger Aufgaben auf.
Außerdem sollen die Eltern dann über den Sinn der Hausaufgaben sprechen und nachfragen, ob es denn überhaupt gut sei, wenn die Lehrperson sich keinen Überblick über den Lernfortschritt macht, weil sie die Aufgaben nicht korrigiert. Hier kann dann nochmals angesprochen werden, warum die Lehrperson die Hausaufgaben nicht durchschaut und ob sie die Zeit dazu nicht habe.
Ich denke, dass viele Lehrpersonen aus ihrem „Dornröschenschlaf“ geweckt werden müssen und dies mit klaren und ehrlichen Gesprächen. Denn manche Lehrpersonen geraten in Routinen und vergessen das Wesentliche. Denn der Sinn der Hausaufgabe soll stets sein, das Gelernte zu wiederholen und zu festigen und nicht eine sinnlose Beschäftigung der Kinder zu Hause.
Als Elternteil gilt: Lasst eure Kinder spielen und Kinder sein! Wenn zu viel Lernen von den Kindern in der Freizeit abverlangt wird, dann ist es höchste Zeit, mit der Schule Kontakt aufzunehmen. Wenn die Lehrperson nicht auf die Bitten im Gespräch eingeht, dann geht zu den Vorgesetzten oder zum Elternverein. Wenn das nicht hilft, dann holt euch Unterstützung von außen, damit eure Kinder gesund aufwachsen und die Freude am Lernen nicht verlieren. Denn jedes Kind hat ein Recht auf Bildung – und dazu müssen Lehrpersonen ihren Beruf ernst nehmen und ihn so ausüben, dass sie über ihre Schüler:innen Bescheid wissen.
Ich hoffe, ich konnte dir liebe Anna und anderen Eltern, ein paar Fragen beantworten. Sucht das Gespräch und konfrontiert Lehrpersonen mit der Realität zu Hause, damit diese auf euch und eure Kinder eingehen können, bevor ihr in Erwägung zieht, die Schule zu wechseln, um dann dort vielleicht dasselbe wieder zu erleben.
Unterstützt eure Kinder soweit, dass ihr ihnen bei den Hausaufgaben zur Seite steht und die Korrektur in den Aufgabenbereich den Lehrenden übergebt, jedoch dafür sorgt, dass diese ihren Beruf auch ernst nehmen, um euer Kind zu fördern.
In diesem Sinne, alles Liebe für euch!
Vielen Dank für die lieben Antworten!
Besonders bedanke ich mich bei Margit für die ausführliche Antwort.
Unsere Tochter ist jetzt einer Stadtteilschule in der 6. Klasse.
Wir hatten viele Versuche gemacht, mit der Lehrerin damals zu reden.
Mein Mann hatte sogar mit einer anderen Mama geredet, deren Kinder schon längst (5-6 Jahren zuvor) aus der Grundschule waren und die gleiche Lehrerin hatten. Sie hatte damals auch mit der Lehrerin und dem Direktor auf das Hausaufgaben Problem aufmerksam gemacht. (Mein Mann hatte auch den Direktor geschrieben.)
Diesen Satz hatte mir besonders gut gefallen:
„Denn jedes Kind hat ein Recht auf Bildung – und dazu müssen Lehrpersonen ihren Beruf ernst nehmen und ihn so ausüben, dass sie über ihre Schüler:innen Bescheid wissen.“
Jetzt wurde ich bestätigt darin, dass mein Bauchgefühl ganz richtig war. Besonders bei einer Situation:
Die Kinder in der Klasse sollten sich für ein Referat im 3. Schuljahr ausschließlich in der Schule vorbereiten (es durfte nichts zu Hause gemacht werden, damit ja nicht die Eltern die Aufgabe übernehmen und zu viel helfen).
Ein Wochenende vor dem, dass die Referate dann mündlich gegeben werden sollte, durften alle Kinder, die nicht fertig waren, das Plakat und alles was zum Referat gehört hatte, doch mit nach Hause nehmen. Wir waren ganz bestürzt als Eltern! Beim Plakat fehlte noch ca 80 % bis zur Fertigstellung! Und auch sonst war fast nichts da von 5-6 Wochen Sachunterrichtsstunden (3h/W)!!!
Wir hatten dann unsere Tochter gefragt, was sie denn die ganze Zeit (sie hatten 5-6 Wochen Zeit gehabt) gemacht hatte? Die Antwort: Sie hatte eine Muschel gezeichnet für das Plakat. Das war die ersten 4 Wochen das Einzige was sie gemacht hatte.
Eine Kleinigkeit nebenbei: Am Freitag vor dem Wochenende, wo sie das Referat nach Hause mitnehmen durfte, hatte die Lehrerin alle Kinder, die schon ganz fertig waren, gebeten, dass sie die Kinder helfen sollten, die noch nicht fertig waren. Da hat dann ein Mädchen zu unserer Tochter gesagt, bezüglich die Muschel (wofür sie so viel Zeit gebraucht hatte), dass die nicht richtig aussieht. Meine Tochter wurde von dem anderen Mädchen überredet, sie soll ein Foto von einer Muschel kopieren. Das wurde gemacht und damit hatten sie die gezeichnete Muschel (=4 Wochen Arbeit) ÜBERKLEBT….
Daraufhin hatte ich die Lehrerin kontaktiert und sie gebeten, beim nächsten „selbstständigen Referat in der Schule“ Alicia mit der Zeitplanung zu unterstützen, damit sie nicht 4 Wochen lang quasi gar nicht vorankommt!
Die Lehrerin hatte dann geantwortet, dass es für sie UNMÖGLICH ist in einer Klasse von 22 Kindern den Fortschritt jedes einzelnen Kindes zu überwachen.
Über diese Antwort waren wir Eltern ganz empört!
Es war aber ein Jahr bis hin zum nächsten selbstständigen Referat in der 4. Klasse.
Also nahm ich mir vor, beim nächsten LEG die Lehrerin zu beten, dass unser Tochter dann Förderunterricht kriegt, um die Sache mit der Zeiteinplanung für das Referat hinzubekommen.
Die Antwort war, dass die Schule ganz wenig Förderunterricht zur Verfügung hat und dass die nur für Probleme in den Hauptfächern genutzt wird. Also: Die Antwort war nein.
Dann habe ich gefragt: „Was ist dann die Lösung? Unsere Tochter kann ja nicht schon wieder 3 Sachunterrichtsstunden pro Woche vier Wochen lang (also 12 h) nur mit eine Zeichnung verbringen, wenn sie rechtzeitig fertig werden will.“
Darauf haben wir gar keine Antwort bekommen.
Beim darauf folgenden LEG war das wieder unser Thema. Da sagte dann die Lehrerin endlich zu, dass sie „etwas schauen würde, was unsere Tochter macht während die Stunden“.
Ja, und mir fällt ein, dass sie schon bei der LEG davor gesagt hatte, dass sie schon weiß, dass es bei unsere Tochter manchmal sehr langsam voran geht mit Aufgaben. Und trotzdem hatte sie also gesagt „dass sie unmöglich den Überblick haben kann, wie jedes Kind vorankommt (bei 3 Stunden über 5-6 Wochen). Und obwohl sie wusste, dass unsere Tochter“ tagträumt“ (oder was auch immer), hatte sie sich unsere Bitte erst verweigert und erst nach 10 Monaten endlich ja gesagt.
Was soll man dazu sagen? Einfach war das nicht…
Wenn die Lehrerin nicht auf unsere Bitte, (nach 10 Monaten) endlich eingegangen wäre, hätten wir ihr sagen müssen, dass wir diesen „ganzen Fall“ mit dem Direktor hätte besprechen müssen, um zu fragen, wie er denn die Lösung für das Problem sieht.
Es ist wirklich eine super kleine Schule und da war nur eine Klasse pro Jahrgang und unsere Tochter hatte in Mathe den Direktor als Lehrer. Und in Mathe lief alles wunderbar.
Danke für Ihren Satz und für Ihr Verständnis und Mitgefühl! Jetzt weiß ich zu 100 %, dass mein Bauchgefühl richtig war: Es WAR die Aufgabe der LEHRERIN zu wissen, wie unser Kind vorankam (bei diesem Referat schreiben und auch bei allen anderen Aufgaben).
Ich hoffe, dass diese Konversation andere Eltern auch hilft!
Mir wurde sehr geholfen!
Ein großes, herzliches Dankeschön!!!